Sie sind hier
Jan-Martin Wiarda hat in seinem Blog ein Interview mit VolkswagenStiftung-Generalsekretär Georg Schütte geführt. Es ist laut Schütte zurzeit ungeklärt, ob das auf "Horizon Europe" folgende EU-Forschungsrahmenprogramm weiterhin eigenständig bestehen bleiben oder in einen größeren Fonds für Industrie und Wirtschaft integriert wird. Die Gefahr bestehe, dass Entscheidungen zugunsten der Wirtschaft und zum Nachteil von langfristigen Forschungsprojekten getroffen werden, die allerdings für Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit notwendig wären.
Europa ist laut Schütte nicht mehr führend in der Grundlagenforschung, da andere Länder, insbesondere China und die USA, in den Natur- und Lebenswissenschaften aufgeholt haben. "Wir sind zurückgefallen, nicht weil wir schlechter geworden sind, sondern weil die anderen an uns vorbeigezogen sind", so Schütte.
Schütte kritisiert außerdem, dass die EU-Forschungsförderung "komplett" an den Bedürfnissen der Industrie vorbeigehe. Er fordert eine Vereinfachung und Flexibilisierung der Förderprogramme, um Innovation und technologische Durchbrüche zu fördern, ohne bürokratische Hürden.